Bewahrung der Schöpfung im Fokus

Heidenheimer klartext Unternehmensgruppe in Berlin unter Finalisten von bundesweitem Nachhaltigkeitswettbewerb

Die Welt der Töne und Bilder, des Hörens und Sehens ist die Welt der Klartext Unternehmensgruppe in Heidenheim seit 20 Jahren. Mit dem Pioniergeist des Gründers Jörg Mitschele ist ein grünes Verständnis eng verwoben. „Bei all unserem unternehmerischen Handeln haben wir die Schöpfung mit im Fokus, die es zu achten, zu wahren und zu stärken gilt“, betont Jörg Mitschele. So hat sich der Unternehmer darauf fokussiert, mit vielen kleinen Ideen schnell umsetzbare Lösungen für ein ökologisch sinnvolles Ganzes zu gestalten. Mit Erfolg. Die Klartext Unternehmensgruppe ist unter den Top 10 nominierten Unternehmen des bundesweiten Wettbewerbs „Firmenstrom 2019“. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert den Wettbewerb im Rahmen des Projektes: „Unternehmensstrom – Praxisnetz und Etablierung von Demonstrationsbetrieben“.

Den Fachleuten der Jury ist die Wahl aus den zahlreichen Einsendungen schwergefallen. „Wir haben sehr weitreichende Energiekonzepte aus allen Bereichen der Wirtschaft gesehen“, erklärt UnternehmensGrün-Geschäftsführerin Dr. Katharina Reuter. Ausschlaggebend für einen Platz im Finalistenfeld war für die Jury der ganzheitliche ökologische Ansatz der Klartext Gruppe.

Klartext spart mit einer smarten Lösung selbst erzeugten Strom. Besonders innovativ ist hier ein Pilotprojekt des Heidenheimer Unternehmens, das es so noch nicht am Markt gibt. Dabei wird per Photovoltaik erzeugter Strom gespeichert und direkt als Gleichstrom für die Arbeitsplatz-PCs und Innenbeleuchtung verwendet. Gegenüber der üblichen Technik, Wechselstrom in Netzteilen für die Geräte nutzbar zu machen, sind so Einsparpotenziale von bis zu 30% möglich.

Diese gewonnene Energie wird für Arbeitsplätze und Beleuchtung eingesetzt. „Wir haben hier ein Verfahren ausgetüftelt und testen das gerade. So können wir uns den Strom direkt über 24-Volt-Gleichspannung aus der eigenen Photovoltaik-Anlage holen“, schwärmt Jörg Mitschele. Die Photovoltaik-Anlage bietet außerdem die Möglichkeit die firmeneigenen Hybrid-Fahrzeuge und E-Bikes der Mitarbeitenden zu laden.

Darüber hinaus macht das Schließsystem nach Feierabend das Haus stromlos. „Selbst, wenn nur 0,5 Watt je gerät im Standby verbraucht wird, kann sich das bei vielen Geräten in einem Jahr aufsummieren und negativ auf die Umweltbilanz auswirken. Das muss ja nicht sein“, unterstreicht der Unternehmer, der kürzlich erst mit seinem Unternehmen in den Stäffeleswiesen 14 in Heidenheim gebaut hat.

Daneben gibt es zahlreiche kleinere ökologische Maßnahmen, die die Klartext Gruppe umgesetzt hat. So finden sich in den Büros Pflanzenwände, wie man sie sonst nur aus großen Räumen und Hotel-Lobbies kennt. Bei Klartext werden sie genutzt, zur Verbesserung des Raumklimas und der Akustik.

Der Parkplatz ist ebenfalls begrünt. Damit er bei Regenwetter keine matschige Sumpf-Wiese wird, wurden dezente Rasengittersteine gesetzt. Dank cleverer Regenwassernutzung über eine Zisterne gelingt die Begrünung ohne zusätzlichen Wasserverbrauch ebenso bei heißen Temperaturen. Daneben gibt es auf dem Parkplatz kleine grüne Oasen, wo sich die Tiere wohlfühlen und ihnen ein natürlicher Lebensraum gegeben ist. Darüber hinaus gibt es hier einen „garden surprise“. Dabei wurden Pflanzen-Samen aus der Region ausgesät, ohne jetzt schon zu wissen, was im nächsten Jahr wächst. 

Marcus Franken (Agentur Ahnen&Enkel), Jörg Mitschele und
Katharina Reuter (UnternehmensGrün e.V.).   Foto: Stefanie Loos | UnternehmensGrün

Jörg Mitschele ist nicht traurig, dass er es bei seiner Präsentation in Berlin letzte Woche als Finalist nicht auf einen der ersten drei Plätze geschafft hat, was ein zusätzliches Preisgeld gebracht hätte. „Es war eine tolle Veranstaltung in einem Seminarschiff auf der Spree. Wir haben interessante Menschen und hochinnovative Projekte kennen gelernt, so zum Beispiel eine klimaneutrale Ferienanlage.“ Viel wichtiger ist es für den Heidenheimer Unternehmer, ein Vorbild zu sein: „Ich möchte zeigen, dass es einfach ist anzufangen mit dem ökologischen Handeln. Man muss nicht auf die Politik oder neue Entwicklungen warten. Einfach starten und umsetzen, was bereits am Markt ist. Kombiniert man dies, kann man schon jetzt sehr energieeffizient sein Unternehmen führen, ohne dass die Kosten ins Unermessliche steigen.“

Die Innovation ist für die Klartext Gruppe lang nicht vorbei. „Wir testen gerade stellvertretend für unsere Kunden, wie aufgaben-orientierte Arbeitsplätze aussehen könnten. Konkret bedeutet das, jeder Büromitarbeiter nutzt den Platz, der für seine aktuelle Aufgabe optimal ausgestattet ist“, erläutert der umtriebige Unternehmer. Es kristallisieren sich verschiedene Lösungen heraus, wie Raumakustik und -atmosphäre im Büro und Meetingbereich am besten realisierbar sind. Eines ist schon sicher. Sie sind ökologisch sinnvoll.


Wer sich für die grünen Lösungen interessiert, kann vorbeikommen und sich die Technik zeigen lassen, wie dies bereits Heidenheims
Oberbürgermeister Ilg tat.

Veranstalter des Wettbewerbs „Firmenstrom-Konzept“ war der ökologische Wirtschaftsverband UnternehmensGrün. Die enge Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden und der Jury ermöglicht es UnternehmensGrün außerdem, aktuelle Herausforderungen noch besser kennenzulernen und der Politik konkrete Ansätze zur Vereinfachung des Energierechts vorschlagen zu können. Ziel der Wettbewerbs-Jury ist, aufzuzeigen, welche Lösungen schon heute nachhaltig umsetzbar sind. Sie regen andere kleine und mittelständische Unternehmen zur Nachahmung an.